Am 18 Mai fand unsere Monatsversammlung im Gasthaus Böttcher in Nenndorf statt.

Als Referent stand unser Jugendwart und Naturkenner, Hans – Heinrich Beecken, aus Ramelsloh, zur Verfügung. Er hat sich vorgenommen, die 20 erschienen Mitglieder über die naturnahe Gestaltung von Gärten zu informieren.

Eingangs berichtete der erste Vorsitzende Friedo Hauff, dass unser Zuchtfreund Gerhard Peters, aus Ohlendorf verstorben sei. Gerhard Peters trat 1974 dem NGZV Klecken bei. Trotz schwerster Krankheit war er bis zuletzt, mit Hilfe seiner Familie, leidenschaftlicher Züchter und Aussteller von Orientalischen Rollern.

Das Skatturnier der Klecker Vereine beendete der NGZV mit einem dritten Platz in der Mannschaftswertung. In der Einzelwertung konnte Torsten Mohr Platz 3 und Manfred Heymuth Platz 5 erreichen. Sieger in der Mannschaftwertung und damit Ausrichter des Skatturniers im kommenden Jahr wurde die Alte Herren des SC Klecken.

Das Hähnewettkrähen am Himmelfahrtstag in Lindhorst ist bei stabilem Wetter wieder gut gelaufen. Rückläufig sind lt. Aussage des Lindhorster Bürgervereins die Einnahmen aus Speisen und Getränken. Trotzdem hat der NGZV Klecken wieder einen großzügigen Zuschuss vom Bürgerverein erhalten. Auch bei der Verteilung der Klecker Ortschaftsmittel für die Jugendarbeit ist der NGZV vom Klecker Ortsrat berücksichtigt worden.

Heinrich Thomas berichtete von einem Besuch am Wissenschaftlichen Geflügelhof des BDRG in Rommerskirchen im Rhein Kreis Neuss. Hier ist Heinrich in das Projekt ‚Erhalt genetischer Vielfalt‘ für die Rassen Sundheimer und Sperber eingebunden.

Mit dem Gymnasium ‚Am Kattenberge‘ in Buchholz soll eine Kooperation eingegangen werden. Die Schule hat ca. 3 Hektar landwirtschaftliche Fläche gepachtet und möchte hier neben Gemüseanbau und der Imkerei, auch Hühnerhaltung betreiben. Für alle drei Teilbereiche sucht die Schule fachliche Unterstützung. Im Bereich der Hühnerhaltung soll dies der NGZV Klecken sein.

Ein erstes Gespräch zum Kennenlernen fand am 16 Mai in der Schule statt. Vom NGZV Klecken nahmen hieran Karl Heinz Weselmann, Friedo Hauff und Volker Niemeyer teil. Für Anfang/Mitte Juni wurde ein weiteres Treffen vereinbart, wo es dann schon um konkrete Arbeitsinhalte geht.

Seinen Fachvortrag über die Gestaltung naturnaher Gärten begann Hans – Heinrich mit Ausführungen zu Insektenhölzern und Insektenhotels. Die Insekten bevorzugen Lochgrößen von 4,5 – 5 mm. Größere Durchmesser werden weniger stark angenommen (Bild 1). Im Handel zu erwerbende Insektenhotels sind zwar optisch sehr ansprechend, erfüllen oftmals aber ihren Zweck nicht. Aus Kostengründen sind die im Handel zu erwerbenden Insektenhotels aus Nadelholz gefertigt. Man muss aber zwingend darauf achten, dass Laubholz verwendet wird. Bei Nadelhölzern entstehen an den Rändern der Bohrlöcher scharfkantige Ausbrüche, die die Insekten meiden. Bei Laubhölzern erreicht man glatte Bohrlöcher.

Gelegentlich werden auch Vogelkästen von völkerbildenden Insekten in Beschlag genommen (Bild 2, 3). Hiergegen ist nichts einzuwenden.

Sollte eine Umsiedlung notwendig werden, können ehrenamtliche Wespen-/Hornissenbeauftragte über den Landkreis zur Hilfe herangezogen werden.

Schnirkelschnecken sollten in den Gärten belassen werden, da diese die Hauptnahrung von Singdrosseln sind. Die Singdrossel zertrümmert das Gehäuse der Schnecken auf einem Stein, um an die Schnecke zu gelangen (Bild 4). Wer also konsequent die Schnirkelschnecke aus seinem Garten fernhält, wird auch keine Singdrosseln haben.

Nacktschnecken sollten nicht mit Schneckenkorn vernichtet werden, da das Gift sich z.B. auch negativ auf den Igel auswirkt, der sich von Schnecken ernährt. Sinnvoller ist es, die Schnecken abzusammeln und dann zu vernichten. Die gestreifte Nacktschnecke, die sogenannte Tiegerschnegel, (Bild 5), sollte aber unbedingt im Garten verbleiben. Der Tigerschnegel frisst nicht die Pflanzen an, sondern ernährt sich ausschließlich von den Eiern der schwarzen Nacktschnecke und ist somit eine sehr effektive Waffe gegen die Nacktschneckenplage.

Fehlendes Baumaterial für Schwalbennester, welches die Vögel in unserer versiegelten Landschaft immer weniger finden, kann durch das Anbringen künstlicher Schwalbennester kompensiert werden (Bild 6,7).

Gärten sollten im Herbst nicht ausgeräumt werden. Fallobst kann gern über den Winter liegen bleiben. Dieses dient Igel, Spitzmaus und den Vögeln als Winternahrung.

Gleiches gilt für Gräser und Blumen und Bienenweiden, deren Samen ebenfalls gern genommen werden. (Bild 8,9).

Heruntergefallene Blätter werden als Nahrung des Regen- und Tauwurms im Folgejahr in Humus umgewandelt (Bild 10). Daher gern das alte Laub im Garten belassen.

Ameisen sollen nicht mit Ameisengift getötet werden, sondern mit kochendem Wasser überbrüht werden. Die toten Ameisen werden von der Kolonie an die Erdoberfläche gebracht und dort von Vögeln, wie etwa Rotkehlchen oder Grünspecht, gefressen. Bei vergifteten Ameisen werden in der Folge dann auch wieder die Vögel geschädigt bzw. vergiftet.

Bei der Winterfütterung der Vögel ist darauf zu achten, die Vogelhäuser katzensicher anzubringen (Bild 11). Meisenknödel nicht ungeschützt in die Bäume hängen, da der Sperber als Beutegreifer hier leichtes Spiel hat. Besser ist es, die Meisenknödel in dichte Hecken oder Buschwerk zu hängen.

Gartenzäune sollten nicht bis auf die Erde geführt werden bzw. mit Durchlässen versehen werden, damit Igel und andere auf dem Boden lebende Nützlinge auch auf die Grundstücke der Nachbarn gelangen können. (Bild 12,13).

In Obstbäumen können Nist- und Überwinterungshilfen für Ohrenkneifer angebracht werden (Bild 14,15), was dann ein Spritzen der Obstbäume gegen Blattlausbefall überflüssig macht.

Bei der Gestaltung von Gartenbeeten ist darauf zu achten, dass die dort angepflanzten Sorten möglichst nacheinander blühen, um den Insekten über einen möglichst langen Zeitraum Nahrung bieten zu können (Bild 16,17,18,19).

Besonders prekär ist der momentane Trend, der gerade von der öffentlichen Hand zunehmend praktiziert wird. Obwohl eigentlich gut gemeint, werden immer mehr Blühstreifen an Straßen und Verkehrsinseln angelegt. Das Anlegen dieser Blühstreifen bewirkt allerdings genau das Gegenteil vom eigentlichen Ziel. Anstatt die Insekten zu schützen und ihnen Nahrung anzubieten entsteht hier eine tödliche Gefahr, der die Insekten nicht entrinnen können. Angezogen durch die Blühstreifen, werden die Insekten dann durch den Sog vorbeifahrender Fahrzeuge vollständig vernichtet.

Wir danken Hans – Heinrich Beecken, dem es hervorragend gelungen ist, durch sehr praxisnahe und gut bebilderte Anregungen die Versammlungsteilnehmer für Maßnahmen zu sensibilisieren, die ohne großen Aufwand und Kosten sofort im eigenen Garten umgesetzt werden können und von großem Nutzen sind.

Volker Niemeyer